Realität und Fiktion in einer Agentur

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Über den ganz normalen Arbeitsalltag eines CDs und wie er wirklich ist ... der Arbeitsalltag.

Morgens

Fiktion: Der CD schläft nach einer langen, durchzechten Nacht erst mal aus, bevor er um zirka 11.00 Uhr mit einem großen Becher Kaffee von STARBUCKS in der Hand in die Agentur wankt, den Mantel und die Freitag-Tasche fallen lässt und hinter seinen Mac in einen Vitra-Chair fällt.

Realität: Der CD steht wie immer um 7.00 Uhr auf, um dann um 8.30 Uhr wie immer mit Bankangestellten, Bürokaufleuten und Studenten in der U-Bahn in die Stadt zu fahren. Um 9.00 Uhr kommt der CD in die Agentur, nimmt sich aus der Küche einen Becher Kaffee mit und geht an seinen Schreibtisch.

Im Büro

Fiktion: Der CD fährt seinen Mac hoch und checkt erst mal die E-Mails, danach lehnt er erst einmal alle Termine ab nur um diese in eigenen Namen noch einmal – und um 2 Stunden später – an das Team zu versenden. Dateianhänge werden gewissenhaft übersehen. Dann geht der CD zum GF um zu erfahren, ob irgendetwas wirklich wichtiges für den Tag geplant ist.

Realität: Der CD fährt seinen Rechner hoch und checkt erst mal die E-Mails, danach nimmt er alle Termine an, die er einhalten kann. Dateianhänge werden überflogen um zu wissen um was es geht und was besprochen wurde. Dann geht der CD zu seinem Team um zu erfahren, ob alle Jobs laufen, ob jemand Hilfe braucht, ob alle ausgelastet sind und ob generell alles klar ist.

Das Kick-off

Fiktion: Nachdem alle bereits 5 Minuten warten, betritt der CD das Konferenzzimmer mit einer Flasche Wasser in der Hand damit das Kick-off Meeting losgehen kann. Der Berater liest das Briefing vor. Mangels eigener Vorbereitung unterbricht der CD den Berater alle 2 Minuten mit Fragen zum Kunden, zum Briefing und zum Timing. Nach einer Stunde wissen alle was zu tun ist.

Realität: Pünktlich und vorbereitet betritt der CD das Konferenzzimmer damit das Kick-off Meeting losgehen kann. Der Berater liest das Briefung vor und erklärt einzelne Punkte. Nach 10 Minuten wissen alle was zu tun ist.

Die Abstimmung

Fiktion: Der CD kommt wie immer 5 Minuten zu spät in das Abstimmungsmeeting wo schon 2 Texter und 2 Art Direktoren warten. Mehr oder weniger schnell und hastig überfliegt der CD die einzelnen Arbeiten, schießt alle Ideen ab und wirft ohne das Briefing zu kennen eine eigene Idee auf den Tisch. Mit dem Auftrag die so umzusetzen und bis zum nächsten morgen drei weitere Ideen auszuarbeiten, schickt der CD seine Leute zurück an ihre Schreibtische.

Realität: Der CD erscheint pünktlich mit dem Briefing im Konferenzraum. Geduldig lässt er sich alle Arbeiten präsentieren und macht sich dabei die eine oder andere Notiz. Danach kommentiert er die Arbeiten die ihm gefallen haben und geht auch auf die ein, die noch nicht auf der Zwölf sind. Gemeinsam mit dem Team überarbeitet er die Ideen, die noch klemmen und verwirft die Ideen, die in die falsche Richtung führen. Nach dem Meeting sind alle Unsicherheiten beseitigt und jeder weiß genau, was zu tun ist.

Mittag

Fiktion: Der CD verschwindet unabgemeldet in Richtung St. Georg wo er sich mit einigen Buddies aus anderen Agenturen trifft. Selbstverständlich liegen alle Telefone auf seinem Schreibtisch und klingeln zur Freude der Kollegen ins Leere, selbstverständlich geht das Essen auf Firmenkosten – ist ja während der Firmenzeit und selbstverständlich dauert das ganze Spaß mitsamt Espresso von STARBUCKS und Bummel durch zwei Designläden bis 16.00 Uhr. Aber wozu gibt's schließlich den Abend?

Realität: Der CD meldet sich ab und holt sich schnell einen Salat. Zurück in der Agentur sitzt er mit den Kollegen in der Küche zu Mittag und ist um 14.00 Uhr wieder an seinem Arbeitsplatz.

Routine

Fiktion: Mit allerhand bürokratischen Aufgaben verbringt der CD den Nachmittag. Bewerbermappen müssen nach Ansicht des Bewerberfotos abgelehnt bzw. in den Papierkorb geworfen und Memos vom Empfang gelöscht werden. Bei der anschließenden Ressourcenplanung gilt es, den Buddies die richtigen Jobs zuzuschanzen und die schwierigen weit weg zu delegieren.

Realität: Mit allerhand bürokratischen Aufgaben verbringt der CD den Nachmittag. Bewerbermappen müssen durchgesehen, Bewerber eingeladen, Memos gelesen und zum Teil beantwortet werden. Bei der anschließenden Ressourcenplanung gilt es, die Jobs denjenigen zuzuteilen, die dafür am besten geeignet sind und gleichzeitig darauf zu achten, das auch unerfahrene Mitarbeiter mit den Aufgaben wachsen und das die Aufgabenlast gerecht verteilt wird.

Chefsache

Fiktion: Völlig abgekoppelt von der Markt- oder der Kundensituation sitzt der CD in seinem Büro und entwickelt alleine die Werbestrategie der nächsten zwei Jahre. Wobei die besondere Kunst darin besteht, erst eine Kreation zu entwickeln - die möglichst viele Kollegen und Verbandsmitglieder (ADC) beeindruckt – und dann rückwärts eine schlüssige Strategie zu erarbeiten, die genau auf die eben erwähnte Kreation hinausläuft. Da dieser Prozess intellektuell sehr herausfordernd ist, braucht der Kreativ Direktor dazu absolute Ruhe und arbeitet daher ohne die störenden Einflüsse von Beratern, Geschäftsführern oder allen anderen die eher in der Realität geerdet sind.

Realität: Zusammen mit dem Geschäftführer und den Beratern entwickelt der CD zunächst ein Grundverständnis für die Situation des Kunden um dann im Team eine Strategie zu erarbeiten auf dessen Grundlage eine Werbekommunikation funktionieren kann. Danach entwickelt der Kreativ Direktor zusammen mit seinen Kreativen die eigentlichen Werbemittel, wobei er die Rolle eines Coaches einnimmt und immer nur dann konstruktiv in den Denkprozess eingreift, wenn es erforderlich ist.

Und Tschüß

Fiktion: Am frühen Abend bestellt der CD noch mal einige Teams zu sich ins Büro um deren Ideen "zu schärfen". Das Ergebnis des Meetings ist dann meist die Entwicklung neuer Alternativ-Ideen bis zum nächsten Morgen (was dann allerdings eher Vormittag bedeutet, weil der CD am Morgen eh nie da ist). Danach klappt der Kreativ Direktor sein Mac zu, steckt den in die Freitag Tasche und entschwindet schnell, um das Meeting mit den Buddies vom Nachmittag in einer Szenekneipe fortzusetzen. Zurück bleiben vier leere Kaffeetassen, drei leere Wasserflaschen, ein unaufgeräumter Schreibtisch, diverse gefährdete Timings und wieder mal eine Nachtschicht für viele.

Realität: Am frühen Abend macht der CD einen Rundgang und checkt bei seinen Leuten, ob alles rund läuft und ob die Jobs ohne zu viele Überstunden zu schaffen sind. Bei Problem gibt er Tipps oder setzt für den nächsten Morgen ein Arbeitsmeeting an um das Timing zu halten. Danach räumt er seinen Schreibtisch auf und fährt nach Hause. Zurück bleiben mehrere glatt laufende Projekte und nur wenige Mitarbeiter die entweder noch im Internet surfen oder aufgrund mangelnder Erfahrung noch nicht strukturiert arbeiten und daher etwas länger brauchen.

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