Ist der Dollar bald Altpapier?
Die Anleger flüchten aus dem Euro in den Dollar, weil Griechenland überschuldet ist, über seine Verhältnisse lebt, seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hat und seine Statistiken fälscht.
Doch könnte man dasselbe nicht auch als exakte Beschreibung der USA anführen? Mit dem Unterschied, dass in Amerika anders als in Griechenland auch der Privatsektor übel in der Kreide steht.
Dass nicht nur Washington das Wasser bis zum Hals steht, sondern auch einigen Bundesstaaten wie Kalifornien, sei nur als Randnotiz erwähnt.
Wenn ein Land sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als seine Zentralbank staatliche und private Wertpapiere von fast 2.000 Mrd. US$ aufkaufen zu lassen, dann ist im Grunde alles über seine Finanzlage gesagt.
Aber es ist noch schlimmer, als man denkt: Trotz eines Etatdefizits von einem guten Zehntel des BIPs liegt die reale inländische Endnachfrage in Amerika um 11,4 Prozent unter ihrem exponentiellen Trend seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Erfassung 1947.
Und trotz der schwachen Nachfrage beläuft sich die gesamtwirtschaftliche Nettoersparnis auf minus 2,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens (Durchschnitt: 7,2 Prozent).
Aus eigener Kraft könnte Amerika mithin nicht mal mehr seinen Kapitalstock erhalten. Dabei hätte es allen Grund, in seine Wettbewerbsfähigkeit zu investieren, wobei der Faktor Arbeit wohl noch wichtiger wäre als der Faktor Kapital.
Denn wenn ein Land in dieser Lage immer noch ein Außenhandelsdefizit von drei Prozent des BIPs aufweist, stockt einem der Atem.
Quelle: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-immer-doll...



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